Welcome back!
“Wir sind wieder im Index!” dröhnte es am Sonntag auf meiner Mailbox. Wir erinnern uns an das alte Debakel. Der Freudenausbruch kam jedoch nicht vom damals betreffenden Kunden (der ist inzwischen auch wieder drin) sondern von zwei Freunden von mir, die recht schmutzige “Optimierungen” in Eigenregie durchgeführt hatten. Ohne meine Legitimation! (um der bekannten Diskussion mal Wind aus den Segeln zu nehmen.)
In diesem Fall war Google jedoch nicht so gütig und verschickte eine Benachrichtigung. Selbst ein Reinclusion Request wurde nicht gestartet. Nachdem der Rausschmiss bekannt wurde, vergingen ziemlich genau 30 Tage und die Jungs waren wieder drin.
Überraschenderweise erreichen beide Websites wieder identische oder ähnlich gute Platzierungen. Selbst die Anzahl der URLs unter der Domain im Index ist ähnlich, wenn nicht sogar identisch. Für einen exakten Vergleich fehlen mir gerade die entsprechenden Daten.
Diese 30 Tage haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Google hat auf schlichte aber effektvolle Weise seine Macht / Omnipotenz demonstriert. “Wenn Du nicht nach meinen Regeln spielst, bist Du raus!” Spielregeln bzw. allgemein gültige Vereinbarungen sind ja generell auch gut. Und hier war eine Bestrafung, oder aktuell fomuliert “eine rote Karte”, durchaus auch gerechtfertigt. Diese 30 Tage waren die Websites zwar generell verfügbar und hatten auch Ihre Besucher, sie waren aber nicht mehr ein vollwertiger Teil des Web. Google ist der Quasi-Standard für den Zugang zu Information im Web und wenn eine Website nicht im Google Index ist, existiert diese praktisch nicht. (mal überspitzt formuliert)
Wenn ich mir jetzt überlege was wohl wäre, wenn Google willkürlich Seiten aus dem Index schmeißen würde. Schließlich übernimmt Google dafür ja auch keine Garantie. (Ihr merkt vielleicht, dass ich hier die Unternehmenspolitik von Google in China etwas anpeile.)
Mit dem Einzug von Google Checkout und anderen Services steigt auch Google’s Interesse am tatsächlichem Umsatz von Online-Shops. Wer würde überwachen können, ob Google Shops mit Checkout-Feature bevorzugt behandelt oder nicht? Und hätten wir überhaupt eine Handhabe dagegen vorzugehen? Natürlich nicht. Schließlich bieten unsere Freunde im sonnigen Kalfornien gut gelaunt einen im Kern kostenlosen Service an. Diesen nutzt man oder eben nicht.
Als einzige Rettungsanker bleiben mir z.Z. nur die Hoffung an eine europäische Konkurrenz und der Firmenslogan von Google “Don’t be evil”. Wobei zweiteres höchst Fragwürdig ist. Welche andere Organisation gleich welchen Ausmaßes würde sich “be evil” auf die Fahne schreiben? (B- und C- Fussballfans mal ausgeschlossen)
Wir tappen Schritt für Schritt in eine immer größere Abhängigkeit. Oliver Wagner macht sich in Bezug auf Google Checkout auch schon seine Gedanken. Nehmen wir in diese Rechnung dann noch alle weiteren Google Dienste (etwas alte aber gute Übersicht von Marc) auf, dann empfehle ich jedem sein 1984 aus dem verstaubten Regal zu nehmen. Um diese Vorstellung zu schüren genügt aber auch fast jede andere Utopie eher Dystopie (bei Cyberpunk bitte Herrn B fragen), die die Verteilung von Information auch nur am Rande diskutiert.
Leute, da muss sich was ändern. Suchmaschinenprogrammierer Europas vereinigt euch!
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- Published:
- 07.03.06 / 5pm
- Category:
- Allgemein
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