Final Scratch Frust und kindliche Freude

Final Scratch von Stanton ist eigentlich eine super Sache. Man schließt einen kleinen Kasten an seine Plattenspieler, an seinen Mixer und einen Rechner an und schon kann man MP3s “über die Plattenspieler” abspielen. Das hat den enormen Vorteil, dass man nicht jeden Song unbedingt auf Vinyl haben muss um ihn via Vinyl abzuspielen. Soweit zur Erklärung.

Im September 2002 war ich einer der ersten der diese großartige technische Innovation sein eigenen nennen durfte. Damals was das noch eine richtig spannende Angelegenheit. Ich hatte ein Notebook mit max. 512MB RAM und auf jeden Fall weniger als ein 1Ghz CPU-Leistung. Damals war das eigentlich echt genug. Jedoch nicht gut genug um Final Scratch auf Windows zu betreiben. Also durfte man ein eigens dafür angepasstes Linux installieren. Natürlich durfte man dann noch seine MP3-Sammlung auf die Linux-Partition kopieren und die Tracks mussten schön langwierig analysiert werden. Die Analyse meiner Sammlung startete ich im Büro, führte sie auf der Fahrt nach Hause weiter und war dann irgendwann abends damit fertig. Ich habe darauf auf gerne gewartet… Schließlich hat alles “richtig gut” funktioniert. Verhältnismässig gut, ich war jedenfalls bestens zufrieden und fühlte mich wie im 7. Himmel. Die Tage darauf hab ich diese Wunderwerk der Technik natürlich jedem gezeigt der mir vor die Flinte kam. Jeder der das gesehen hat/sieht, war/ist spontan fasziniert. (Ein gewisses techn. Verständnis einmal vorausgesetzt :-) ).
Gestern, nach 4 Jahren, hab ich den Entschluss gefasst mein Final Scratch wieder zum Leben zu erwecken. Natürlich habe ich jetzt keine Lust mehr mir irgendein komisches Linux zu installieren. Das ist auch nicht mehr nötig, weil aktuelle Rechner anscheinend in der Lage sind die Final Scratch Software auch unter Windows zu betreiben. Dafür braucht man natürlich eine neue Version der Software. Ahhh und die gibt es nicht nur für Windows sondern auch für OS X. Richtig schick, denkt man sich. Wenn, ja wenn, da nicht dieser kleine Hinweis “10.3″ wäre. Ich frag mich, wer zum Teufel noch 10.3 hat??!! Ein Anruf bei der Support-Hotline bestätigte meinen Verdacht. Final Scratch läuft nur unter 10.3. Für 10.4 wurden keine neuen Treiber mehr entwickelt.
Mir wurde empfohlen doch einfach auf Final Scratch 2 umzusteigen. Das ist direkt neue Hard- und Software und kostet schlappe 750 Euro. Für diesen Spass definitiv zu viel.
Den ganzen Tag war ich darüber wirklich verärgert.
Bis, ja bis ich einen alten Rechner im Büro gefunden habe. Eine “1.5 Ghz-Krücke”. Das war mein Dein Rechner, glaub ich. ;-)
Den ganzen Kram nach Hause geschleppt, die Software besorgt/installiert, alles angeschlossen und nach ein paar Kabelstöpseleien lief dann alles wie geschmiert.
Ich freue mich wie ein Schneekönig! So muss das früher mit der Eisenbahn gewesen sein. Großartig!!


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