Auf der anderen Seite gesessen

Gestern war ich als Gastprüfer beim Prüfungsausschuss der IHK für Fachinformatiker Fachrichtung Anwendungsentwicklung. Vorweg: Diese Prüfer sind auch nur Menschen, haben fachlich ordentlich was drauf, investieren richtig viel Zeit und Arbeit und sind in der Notenvergabe wirklich fair! Die Prüflinge (komisch, nur Jungs :-) ) waren trotzdem mächtig nervös und mussten auch richtig schön gesalzene Fragen über sich ergehen lassen. Eine “sehr gut” ist fast unmöglich zu erreichen, weil die Prüfer sehr gewissenhaft mit der Notenvergabe umgehen. Schließlich sind sich die Prüfer sehr wohl darüber im Klaren, dass Präsentationen und Dokumentationen, die mit einer “sehr gut” oder “gut” benotet wurden, unter Azubis munter Ihre Kreise ziehen. Dann darf einfach eine nicht perfekte Leistung schlicht nicht mit “sehr gut” benotet werden, weil sich dann schnell der Standard nach unten bewegt. Mit Willkür oder unverhältnismäßiger Härte hat das überhaupt nichts zu tun.

Ein angehender Anwendungsentwickler verdient für sein Fachgespräch jedoch auch keine “gut”, wenn er nicht sagen kann was man im Datenbankdesign unter Kardinalität versteht, oder??

Ich hätte jedenfalls fast jedem eine zwei gegeben, weil eine schlechte Note in dieser Prüfung wirklich keine besonders gute Voraussetzung für den Start ins Berufsleben ist. Zumal, wenn man von seinem Ausbildungsbetrieb nicht übernommen wird. Sowas hört man echt nicht gerne, aber helfen kann man da leider nicht… irgendwie keine erfreuliche Geschichte. Anderereits war ich von ein paar anderen Jungs auch richtig beeindruckt. Respekt, was die da teilweise in den vorgegebenen 60 Stunden (oder sind es 70?) alles so schaffen. Bemerkenswert ist auch, dass die Zeitvergabe in keinem Fall über- oder unterschritten worde. So eine verlässliche Zeitplanung hätte ich auch gerne ;-)


About this entry